von Aschenbecher » Mi. 14.07.2010, 05:45
Ich denke, das Problem sind nicht die Drogen. Das Problem ist das psychische Defizit, das einen zur Droge verleitet. Das ist nämlich da, bevor man überhaupt mit Drogen in Kontakt kommt.
An diesem Defizit muss gearbeitet werden. Drogen einem Abhängigen zu verbieten bringt nichts, wenn er nach dem Absetzen in ein tiefes Loch fällt, aus dem er nur mit Drogen wieder heraus kommt oder heraus zu kommen glaubt.
Ich denke, dass unser Gesundheitssystem da nicht ganz richtig arbeitet. Richtig angewendet können diese Wirkstoffe als Medikament vielleicht bestimmte Defizite ausgleichen (hier ist kein Missbrauch gemeint!). Stattdessen werden diese Wirkstoffe verteufelt und verboten.
THC kann zum Beispiel, sehr gering dosiert, die Symptome von ADS verschwinden lassen, ohne dass der Kranke breit wie ein Eimer durch die Gegend läuft.
Aber von diesem Wirkstoff will man hierzulande nichts wissen.
Stattdessen pumpt man schon Kinder voll mit chemischem Dreck wie Ritalin, weil das zwar schädlicher, jedoch legal ist...
Die niederländische Vorgehensweise finde ich auch nicht richtig. Hier tut man liberal und will die Menschen selbst entscheiden lassen. Aber tatsächlich sind diese Leute oft eben nicht frei in ihrer Entscheidung, sondern neigen auf Grund ihrer Defizite zur einen oder anderen Droge und zu mentaler oder gar körperlicher Abhängigkeit. Auch ist das Rauchen von welchem Stoff auch immer natürlich auch schädlich für die Lunge.
Die Psychologen dieser Welt sollten viel Forschungsarbeit investieren, um diese Defizite beim Menschen auszuschalten. Das muss ja nicht immer mit Medikamenten geschehen. Es bringt aber auch nichts, einfach mangelndes Selbstbewusstsein zu unterstellen und mit besserem Coaching dem Kranken eine heile Welt zu versprechen, wenn er auf Drogen verzichtet. Die wird er so meistens nicht finden. Sucht ist subjektiv und hat nicht bei allen Menschen denselben Hintergrund.
Einem Abhängigen Drogen zu verbieten ist genau so, als würde man einem Asthmakranken seine Krankheit verbieten. Diese Kriminalisierung ist schlimm für die Betroffenen. Das verschlimmert ihre Lage zusätzlich...
Zum Kiffen selbst, naja... Jede Kultur hat ihre Mittelchen... Kiffen ist sicher nicht so schädlich wie Alkohol oder Nikotin... Das alles zu verbieten ist auch nicht richtig. Man muss den Menschen in die Lage versetzen, verantwortungsvoll mit Solchen Substanzen umzugehen. Nicht die Droge bekämpfen, sondern die Sucht!
Aufklärungsarbeit leisten! Ich habe zum Beispiel erst während meiner Drogenpsychose erfahren, dass es so etwas wie Drogenpsychosen gibt!