Verhaltenstherapie wegen Sozialphobie

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Verhaltenstherapie wegen Sozialphobie

Beitragvon Timon » Sa. 26.08.2017, 23:10

Hat von euch schon mal jemand eine therapie wegen sozialphobie gemacht und könnte da evtl. von therapiemethoden berichten, zB. konfrontation oder ähnliches?

Ich versuche momentan ohne Therapeut da Fortschritte zu machen, aber weiß nicht so recht wie ich da weiter kommen soll.
Meine Übungen bestehen zB darin, dass ich auf der Strasse langsam laufe und nicht "versuche zu flüchten" wenn mir Menschen entgegen kommen.
Und man könnte es ja auch noch erschweren indem man zB nicht immer nur mit den besten Sachen und top gestylt rumläuft sondern auch mal mit "kik" Klamotten oder so 8)
Habe da mal drüber gelesen, dass man das so machen kann, aber ich will mich ja auch nicht total blamieren...
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Re: Verhaltenstherapie wegen Sozialphobie

Beitragvon unknown64 » Do. 14.09.2017, 20:51

Bei mir war es so, dass ich im fortgeschrittenen Lebensalter von 36 Jahren endlich den Mut gefunden hatte, eine solche Therapie zu beginnen. Obwohl ich mit dem Therapeuten nicht unbedingt auf einer Wellenlänge lag, hat es trotzdem viel gebracht. Auch weil ich nebenbei sehr viel gelesen habe, u. a. Bücher über positives Denken (Dale Carnegie, Joseph Murphy, PAL-Verlag) und andere. Nach den 25 Sitzungen habe ich dann mit der eigentlichen, der "Selbst-Therapie" begonnen. Dies waren Vorhaben, vor denen ich mein Leben lang eine Heidenangst hatte: Unterricht gegeben vor mehr als 10 Leuten in einer Volkshochschule, Dates mit Frauen aus Kontaktanzeigen und anderes. Am Anfang lief mir der Angstschweiß den Rücken herunter, wenn ich mich in solche Situationen begab. Aber ich hatte die feste Absicht, nie wieder weg zu laufen und habe das dann auch durchgezogen.
Stand heute schätze ich, dass ich meine soziale Phobie zu 80-90 Prozent überwunden habe. In Situationen, wo ich mein Fach- oder Allgemeinwissen und meinen Verstand einsetzen kann, bin ich sehr souverän geworden. Wo es noch hapert, sind bestimmte Situationen mit größeren Gruppen von Menschen, bei denen es ausschließlich um Smalltalk geht. Auch bei Partys, wo die Menschen aus sich heraus gehen, fühle ich mich immer noch oft unwohl.
Aber insgesamt muss ich sagen, dass mir die Verhaltenstherapie(n) gegen Sozialphobie sehr viel gebracht haben und ich dies empfehlen kann. Bei der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) kannst du eine Liste mit Therapeuten anfordern (auch per Email), welche nicht auf Monate ausgebucht sind und den Schwerpunkt Verhaltenstherapie haben.
Wünsche dir viel Erfolg!
per aspera ad astra
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Re: Verhaltenstherapie wegen Sozialphobie

Beitragvon Timon » Di. 19.09.2017, 21:49

Erst mal danke für die Antort! :wink:
Ja mit den Therapeuten ist das manchmal so eine Sache, wenn da die chemie nicht passt, wird es eher schwierig, diese Erfahrung musste ich auch schon machen. Aber ich denke diese Unterstützung werde ich in Zukunft aufjeden Fall auch brauchen. Darum danke für den Hinweis mit der KV.

Bei mir ist es auch so dass ich wenn es um eher fachliche Themen geht, es mir leichter fällt Gespräche zu führen. Wohingegen Smalltalk bei mir einem verbalen Minenfeld gleicht :D
Aber ich denke auch, dass die Einstellung (also eine positive) passen muss, damit kann man immer etwas erreichen, die Buch-Empfehlungen sehe ich mir bei Zeit gerne an!
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