Psychische Krankheit oder doch nur Sonderling?

Hallo,
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber eine externe Einschätzung meiner Situation würde mich interessieren - ob ich unter gewisse Psychische Störungen eingeordnet werden kann, oder ob ich einfach nur ein verschrobener Mensch bin...
Zuerst muss ich sagen, dass ich auf diesem Gebiet relativ unbedarft bin, auch noch nie Therapien oder sowas gemacht habe. Ich weiß, dass ich anders bin als "normale" Menschen, da einem das im tagtäglichen Leben natürlich auffällt, aber mittlerweile interessiert mich auch, ob es dafür eine Bezeichnung gibt.
Ich war schon von klein auf ein schüchternes Kind - in den ersten Schuljahren hatte ich teilweise Angst in die Schule zu gehen und habe alles dafür getan, nicht dorthinzumüssen... also krank gespielt usw. was alles dazugehört. Im LAuf der Jahre, mit zunehmender Reife hat sich das gelegt, und ich habe den Schulalltag "abgewickelt". Allerdings als absoluter Außenseiter. Es war mir nicht möglich, Gespräche mit 99% meiner Mitschüler zu führen. Ich habe auch nicht mit den Lehrern geredet, dementsprechend sahen auch meine Noten aus, da die mündliche Mitarbeit gleich null war.
Danach kam eine Ausbildung im Amt, was für mich die Hölle auf Erden war. Ich kam mit diesem Büroalltag in keiner Form zurecht, die nötige Kommunikation mit den Kollegen, Small-Talk, Bürotratsch. Es war mir nicht möglich mich daran zu beteiligen, dementsprechend hatte ich schnell meine Rolle als Außenseiter und Sonderling, und wenn man da einmal drin ist, kommt man da auch nicht mehr raus.
Ich habe danach studiert, was mir im Gegensatz zur Schule sehr entgegenkam. Ich konnte mein eigenes Ding machen, alles selber organisieren und war nicht auf andere angewiesen. Hatte auch nicht wirklich Kontakt mit Mitstudenten, habe keine Parties besucht, und da auch nie wirklich Interesse dran.
Das war der Werdegang - wie sieht es heute aus? Ich habe keinen großen Freundeskreis. Die Freunde, die ich habe, sind schon sehr alte Freundschaften, die sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelt haben. Es ist mir irgendwie nicht möglich, zu anderen Menschen engere Beziehungen aufzubauen, die sich zu Freundschaften entwickeln. Ich hab kein Problem, mit fremden Leuten zu sprechen, die ich das erste Mal sehe. Aber ich kriege es nicht hin, solche ersten Bekanntschaften zu Freundschaften auszubauen. Mir fehlt die Fähigkeit, Small-Talk zu betreiben. In großen Runden oder bei Feiern schweige ich meist und halte mich raus. Wenn mir jemand was erzählt, kann ich keine Emotionen zeigen, ich fühle nicht mit... und es interessiert mich auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich versuche dann meist irgendeine Antwort zu "heucheln", die ungefähr zum Thema passt. Ich merke, dass ich ein großes Desinteresse an anderen Menschen und deren Belangen habe, und was sie mir erzählen. Dementsprechend kann ich auf ihre Erzählungen nicht wirklich eingehen, weil ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll. Meine Wirkung auf andere ist in der Regel unsympathisch, arrogant, sonderbar.
Ich habe mir im Lauf der Jahre gewisse Techniken angeeignet, und bei anderen beobachtet, wie man Small-Talk betreibt, und beherrsche nun gewisse auswendig gelernte Dinge, um ein paar Minuten Gespräch zu überbrücken. Aber danach wird es für mich schon schwierig, irgendwann schweige ich, und wenn der andere auch nich so gesprächig ist und was erzählt, verläuft das Gespäch im Sande.
Man könnte das jetzt als übermäßige Schüchternheit abtun, aber irgendwie wäre mir das zu einfach... OK, ich habe große Angst davort, irgendwo im Mittelpunkt zu stehen, vor Referaten hatte ich übelste Bauchscmerzen wenn ich wusste, mir hören gleich so viele Leute zu. Mir geht es eher um die Unfähigkeit, die ich ja selber bemerke, nähere soziale Bindungen einzugehen. Freundschaften zu knüpfen. Niemand, der mich in den letzten Jahren kennengelernt hat, wollte eine Freundschaft zu mir aufbauen, weil ich nicht das Gefühl vermitteln kann, dass mich der andere interessiert bzw gar nicht weiß, was ich mit anderen Menschen reden soll.
Ich habe mich nach dem Studium selbständig gemacht, weil ich es unter allen Umständen vermeiden wollte, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, mich mit ihnen in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht auseinandersetzen zu müssen. Davor hat es mir unheimlich gegraut, weil ich panische Angste hatte, so etwas wie bei der Ausbildung im Amt nochmal zu erleben. Ich weiß auch, wenn ich in einem Betrieb mit anderen Menschen arbeiten müsste, würde ich gnadenlos untergehen. Wen ich jemanden auf der Straße sehe, den ich kenne, versuche ich auf jeden Fall wegzusehen, damit ich nicht grüßen muss.
Was man noch sagen muss - ich bin also nicht unglücklich mit meinem Leben, mit der Situation. Ich bin gerne alleine, lege auch gar keinen Wert auf viele Freunde und weggehen und Feiern war mir seit jeher ein Graus. Eigentlich war ich immer ganz glücklich, darum habe ich auch nie großen Wert drauf gelegt, das zu hinterfragen oder nach Ursachen zu suchen. Das Studium hat mir sehr geholfen, mich zu einem reifen und selbständigen Menschen zu entwickelt, der fest im Leben steht und relativ wenig Sorgen und Probleme hat. Diese "Soziale Inkompetenz" habe ich als Teil von mir akzeptiert und empfonde es auch nicht als Belastung. Mir geht es gut.
Thema Beziehung - ich hatte noch nicht viele lange Beziehungen, eine ging 5 Jahre. Wir hatten uns aber über eine lange Brieffreundschaft kennengelernt, das kennenlernen war also lange vor dem ersten Treffen. So habe ich auch alle meine Beziehungen kennengelernt, mittlerweile übers Internet. Wenn ich mich erst über längere Zeit mit jemandem schriftlich unterhalten kann, kann ich ein völlig anderes Bild von mir vermitteln, was ich im direkten Kontakt nicht schaffe. Meine jetzige Freundin ist die Liebe meines Lebens, und auch ein wenig "anders", also die Art Mensch, die genau zu mir passt.
Was dabei jetzt aber wieder schwierig ist, ist der Aufbau einer näheren Beziehung zu ihren Geschwistern und Eltern. Da kommt wieder meine Unfähigkeit durch, mit diesen Menschen engere Beziehungen einzugehen. Bei ein zwei großen Geburtstagsfeiern in der letzten Zeit, habe ich Qualen gelitten, wenn ich da 6-7 Stunden mit lauter fremden Menschen an einem Tisch sitzen musste. Danach war ich teilweise schweißgebadet und mit hohem Puls und oft nur mit dem Wunsch, einfach nur da wegzuwollen... ich habe da echt mein bestes probiert, auch meiner Freundin zuliebe, mich zu integrieren. Ich will nicht, dass meine Eigenart (so nenne ich das mal) mir da was kaputtmacht, weil ich in ihrer gesamten Familie dann als komischer Sonderling unten durch bin oder so. Aber ich merke schon, dass es mir ungemein schwerfällt und ich habe Zweifel, dass ich es hinbekomme.
Hmm... das war jetzt alles mal von der Seele geschrieben. Weiß auch gar nicht, ob da jemand was zu sagen kann bzw. ob ich noch was näher erläutern soll. Vielleicht gibt es ja Fachbegriffe für manche der genannten Symptome.
LG
Max
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber eine externe Einschätzung meiner Situation würde mich interessieren - ob ich unter gewisse Psychische Störungen eingeordnet werden kann, oder ob ich einfach nur ein verschrobener Mensch bin...
Zuerst muss ich sagen, dass ich auf diesem Gebiet relativ unbedarft bin, auch noch nie Therapien oder sowas gemacht habe. Ich weiß, dass ich anders bin als "normale" Menschen, da einem das im tagtäglichen Leben natürlich auffällt, aber mittlerweile interessiert mich auch, ob es dafür eine Bezeichnung gibt.
Ich war schon von klein auf ein schüchternes Kind - in den ersten Schuljahren hatte ich teilweise Angst in die Schule zu gehen und habe alles dafür getan, nicht dorthinzumüssen... also krank gespielt usw. was alles dazugehört. Im LAuf der Jahre, mit zunehmender Reife hat sich das gelegt, und ich habe den Schulalltag "abgewickelt". Allerdings als absoluter Außenseiter. Es war mir nicht möglich, Gespräche mit 99% meiner Mitschüler zu führen. Ich habe auch nicht mit den Lehrern geredet, dementsprechend sahen auch meine Noten aus, da die mündliche Mitarbeit gleich null war.
Danach kam eine Ausbildung im Amt, was für mich die Hölle auf Erden war. Ich kam mit diesem Büroalltag in keiner Form zurecht, die nötige Kommunikation mit den Kollegen, Small-Talk, Bürotratsch. Es war mir nicht möglich mich daran zu beteiligen, dementsprechend hatte ich schnell meine Rolle als Außenseiter und Sonderling, und wenn man da einmal drin ist, kommt man da auch nicht mehr raus.
Ich habe danach studiert, was mir im Gegensatz zur Schule sehr entgegenkam. Ich konnte mein eigenes Ding machen, alles selber organisieren und war nicht auf andere angewiesen. Hatte auch nicht wirklich Kontakt mit Mitstudenten, habe keine Parties besucht, und da auch nie wirklich Interesse dran.
Das war der Werdegang - wie sieht es heute aus? Ich habe keinen großen Freundeskreis. Die Freunde, die ich habe, sind schon sehr alte Freundschaften, die sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelt haben. Es ist mir irgendwie nicht möglich, zu anderen Menschen engere Beziehungen aufzubauen, die sich zu Freundschaften entwickeln. Ich hab kein Problem, mit fremden Leuten zu sprechen, die ich das erste Mal sehe. Aber ich kriege es nicht hin, solche ersten Bekanntschaften zu Freundschaften auszubauen. Mir fehlt die Fähigkeit, Small-Talk zu betreiben. In großen Runden oder bei Feiern schweige ich meist und halte mich raus. Wenn mir jemand was erzählt, kann ich keine Emotionen zeigen, ich fühle nicht mit... und es interessiert mich auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich versuche dann meist irgendeine Antwort zu "heucheln", die ungefähr zum Thema passt. Ich merke, dass ich ein großes Desinteresse an anderen Menschen und deren Belangen habe, und was sie mir erzählen. Dementsprechend kann ich auf ihre Erzählungen nicht wirklich eingehen, weil ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll. Meine Wirkung auf andere ist in der Regel unsympathisch, arrogant, sonderbar.
Ich habe mir im Lauf der Jahre gewisse Techniken angeeignet, und bei anderen beobachtet, wie man Small-Talk betreibt, und beherrsche nun gewisse auswendig gelernte Dinge, um ein paar Minuten Gespräch zu überbrücken. Aber danach wird es für mich schon schwierig, irgendwann schweige ich, und wenn der andere auch nich so gesprächig ist und was erzählt, verläuft das Gespäch im Sande.
Man könnte das jetzt als übermäßige Schüchternheit abtun, aber irgendwie wäre mir das zu einfach... OK, ich habe große Angst davort, irgendwo im Mittelpunkt zu stehen, vor Referaten hatte ich übelste Bauchscmerzen wenn ich wusste, mir hören gleich so viele Leute zu. Mir geht es eher um die Unfähigkeit, die ich ja selber bemerke, nähere soziale Bindungen einzugehen. Freundschaften zu knüpfen. Niemand, der mich in den letzten Jahren kennengelernt hat, wollte eine Freundschaft zu mir aufbauen, weil ich nicht das Gefühl vermitteln kann, dass mich der andere interessiert bzw gar nicht weiß, was ich mit anderen Menschen reden soll.
Ich habe mich nach dem Studium selbständig gemacht, weil ich es unter allen Umständen vermeiden wollte, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, mich mit ihnen in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht auseinandersetzen zu müssen. Davor hat es mir unheimlich gegraut, weil ich panische Angste hatte, so etwas wie bei der Ausbildung im Amt nochmal zu erleben. Ich weiß auch, wenn ich in einem Betrieb mit anderen Menschen arbeiten müsste, würde ich gnadenlos untergehen. Wen ich jemanden auf der Straße sehe, den ich kenne, versuche ich auf jeden Fall wegzusehen, damit ich nicht grüßen muss.
Was man noch sagen muss - ich bin also nicht unglücklich mit meinem Leben, mit der Situation. Ich bin gerne alleine, lege auch gar keinen Wert auf viele Freunde und weggehen und Feiern war mir seit jeher ein Graus. Eigentlich war ich immer ganz glücklich, darum habe ich auch nie großen Wert drauf gelegt, das zu hinterfragen oder nach Ursachen zu suchen. Das Studium hat mir sehr geholfen, mich zu einem reifen und selbständigen Menschen zu entwickelt, der fest im Leben steht und relativ wenig Sorgen und Probleme hat. Diese "Soziale Inkompetenz" habe ich als Teil von mir akzeptiert und empfonde es auch nicht als Belastung. Mir geht es gut.
Thema Beziehung - ich hatte noch nicht viele lange Beziehungen, eine ging 5 Jahre. Wir hatten uns aber über eine lange Brieffreundschaft kennengelernt, das kennenlernen war also lange vor dem ersten Treffen. So habe ich auch alle meine Beziehungen kennengelernt, mittlerweile übers Internet. Wenn ich mich erst über längere Zeit mit jemandem schriftlich unterhalten kann, kann ich ein völlig anderes Bild von mir vermitteln, was ich im direkten Kontakt nicht schaffe. Meine jetzige Freundin ist die Liebe meines Lebens, und auch ein wenig "anders", also die Art Mensch, die genau zu mir passt.
Was dabei jetzt aber wieder schwierig ist, ist der Aufbau einer näheren Beziehung zu ihren Geschwistern und Eltern. Da kommt wieder meine Unfähigkeit durch, mit diesen Menschen engere Beziehungen einzugehen. Bei ein zwei großen Geburtstagsfeiern in der letzten Zeit, habe ich Qualen gelitten, wenn ich da 6-7 Stunden mit lauter fremden Menschen an einem Tisch sitzen musste. Danach war ich teilweise schweißgebadet und mit hohem Puls und oft nur mit dem Wunsch, einfach nur da wegzuwollen... ich habe da echt mein bestes probiert, auch meiner Freundin zuliebe, mich zu integrieren. Ich will nicht, dass meine Eigenart (so nenne ich das mal) mir da was kaputtmacht, weil ich in ihrer gesamten Familie dann als komischer Sonderling unten durch bin oder so. Aber ich merke schon, dass es mir ungemein schwerfällt und ich habe Zweifel, dass ich es hinbekomme.
Hmm... das war jetzt alles mal von der Seele geschrieben. Weiß auch gar nicht, ob da jemand was zu sagen kann bzw. ob ich noch was näher erläutern soll. Vielleicht gibt es ja Fachbegriffe für manche der genannten Symptome.
LG
Max